Usutu-Virus – Vorsichtige Entwarnung für Hundebesitzer

Wer mich kennt oder die Nachrichten auf unserer Seite verfolgt, weiß, dass ich ein Vogelfreund bin und dass ich so meine ganz eigenen Erfahrungen mit kleinen Amseln gemacht habe.

Zu meinem großen Bedauern sterben zur Zeit in Europa massenhaft Amseln am Usutu-Virus. Der NABU spricht von einem Massensterben. Aufgrund einiger Nachfragen möchte ich über die Krankheit an sich, insbesondere aber über die Auswirkungen auf Mensch und Hund informieren:

Das Usutu-Virus wurde zum ersten Mal Ende der 50er Jahre in Südafrika entdeckt. Hierbei wurde entdeckt, dass Wildvögel als Wirte fungieren und bestimmte Stechmücken als Vektoren – also Überträger der Krankheit (durch Mückenstich). Es ist davon auszugehen, dass Wirtsvögel (Zugvögel) das Virus schon seit Jahrzehnten in Mitteleuropa in sich tragen. Erst die globale Erwärmung und der erhebliche Warenverkehr aus den Mittelmeerstaaten haben nun auch passende Stechmücken zu uns gebracht.

Grundsätzlich ist das Virus auch auf Säugetiere übertragbar, so auch auf Katzen, Hunde und Menschen. Beim Menschen sind bisher nur wenige schwere Verläufe bekannt geworden, es handelte sich dabei um stark immungeschwächte Patienten. Bei Hunden und Katzen ist bisher noch keine entsprechende Erkrankung nachgewiesen worden. Forscher von verschiedenen Instituten weisen darauf hin, dass die Übertragung durch einen Mückenstich stattfinden muss. Das Aufnehmen bzw. das Fressen von kranken oder toten Vögeln soll angeblich nicht für eine Übertragung ausreichen. Außerdem scheint die Erkrankung bei Menschen mit normal funktionierendem Immunsystem so gut wie keine Symptome zu haben, wenn doch, wird von leichten Grippesymptomen oder Hautausschlägen berichtet. Inwiefern das auch für unsere Vierbeiner gilt, ist bisher nicht hinreichend geklärt. Allerdings wurde in den Gebieten, in denen besonders viele tote Amseln gefunden worden sind, keine besondere Häufung von Infektionserkrankungen bei Hunden oder Katzen berichtet. Da die ersten Fälle von Massensterben unter Amseln bereits 2011 aufgetreten sind, kann von einer geringen Gefährdung für unsere Haustiere ausgegangen werden.

Fazit: In Zeiten von Giftködern und Hackbällchen mit „scharfer“ Metallfüllung sollten wir unsere Vierbeiner so weit im Griff haben, dass kein „Futter“ bzw. keine „Beute“ aufgenommen wird, sofern wir dieses nicht freigeben. Trotzdem wird es nicht ausbleiben, dass der eine oder andere Vierbeiner mal eine kranke oder tote Amsel aufnimmt. Hier besteht kein Grund zur Panik. Gutes Futter und eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen sollte unseren Lieblingen ein Immunsystem verschaffen, welches mit diesem Virus klarkommt. Allerdings sei nochmals darauf hingewiesen, dass davon ausgegangen wird, dass eine Übertragung nur durch Mückenstiche stattfindet.

Allerdings sollten wir unsere Hunde nach einem solchen Vorfall etwas genauer beobachten: Gibt es Anzeichen für Fieber, Muskelschmerzen oder andere Hinweise auf eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes? Im Zweifelsfall sollte auf jeden Fall ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. Antikörper können im Blut nachgewiesen werden.

Tote Amseln sollten gemeldet werden oder besser an das Bernhard-Nocht-Institut übersendet werden. Tipps hierzu gibt es auf dieser Seite des NABU.

Ich hoffe sehr, dass die derzeitigen Mückenplagen bald vorbei sind und dass sich die Amselpopulationen in den am meisten betroffenen Gegenden schnell erholen.

Mathias Sallinger

PS: Der obige Beitrag ist eine Zusammenfassung von Informationen aus dem Internet und stellt keinesfalls eine Behandlungs- oder Handlungsempfehlung dar. Bei jeder gesundheitlichen Beeinträchtigung Ihres Haustieres ist ein Tierarzt zu konsultieren. Jegliche Haftung ist ausgeschlossen.

 

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