• Douglas of Granny’s Rose lebt nicht mehr

    Manchmal geschieht Unfassbares. Douglas ist nicht mehr da. Seine Familie musste ihn am Dienstag, den 12. Oktober gehen lassen, seine Nieren arbeiteten fast nicht mehr. Einen Begleiter, ein Familienmitglied mit vier Pfoten zu verlieren, ist unglaublich schmerzhaft, wir wissen es.

    Noch schlimmer ist es, wenn es der einzige Hund in der Familie ist und unvorstellbar schlimm muss es für Kinder sein. Wir trauern mit seiner Familie und können uns diesen Verlust trotz allem kaum vorstellen.

    Wie nah Trauriges und Schönes beieinander liegen können, haben auch wir schon oft erlebt. Am Tag als Douglas ging, kam sein vorletzter Wurf in der Zuchtstätte „vom Löninger Hasetal“ zur Welt. Es sind sieben kleine Wesen und in jedem von ihnen ist ein Stückchen Douglas. Außerdem drücken wir Reinhard und Wolfgang alle Daumen, dass auch sein letzter Wurf in etwa zwei Wochen gesund und munter zur Welt kommt.

    Sie begleiten uns nur ein kleines Stück auf unserem Weg, wir sollten jeden Tag mit ihnen genießen.

  • Auf zu neuen Ufern …

    Nicht mal ein Monat ist vergangen und es gibt schon wieder ein Update? Kniet mit mir dies selt’ne Glück zu preisen liebe Freunde.

    Mimi

    Die Heilung des Fußgelenks dauert seine Zeit und es geht langsam aber stetig. Physiotherapie, kurze Spaziergänge und Ruhephasen bestimmen den Tagesablauf. Natürlich fällt dem kleinen Wirbelwind dabei die Decke auf den Kopf und wenn wir sie mal im Garten machen lassen, was sie will, dann springt und rennt sie herum wie ein Irwisch. Das macht sie dann auf drei Beinen, was vernünftig ist.

    Aber sie darf halt auch nicht die Lust an der Bewegung verlieren und darum gibt es eben auch mal Toben, aber in Maßen. Noch ist sie die meiste Zeit von den anderen getrennt, sie soll halt weder zu heftig spielen, noch auf’s Sofa springen. Die Rudeldynamik würde sicher dazu führen, dass sie sich zu viel zumutet, schließlich muss Hund ja Stärke zeigen. Also weiter im Text, langsam aber sicher.

    Emmett und Tina

    Emmett und Tina sind auf dem Weg zu neuen Ufern. Seit letzter Woche sind die beiden zur Probe Mitglied der Rettungshundestaffel Braunschweiger Land. Natürlich laufen Emmett und Tina noch keine Einsätze, erst mal ist lernen angesagt und dann kommen Prüfungen und Sichtungen und Sichtungen und Prüfungen. Aber unser Dream-Team macht seine Sache scheinbar sehr gut und ich bin mächtig stolz, zumal sich Emmett durch die Arbeit mit Tina noch toller entwickelt.

    Während der „Arbeit“ ist Emmett absolut konzentriert. Weder andere Menschen, egal ob groß oder klein, noch andere Hunde können ihn wirklich aus der Ruhe bringen. Selbst beim Vorbei-Trailen an einem Zaun, hinter dem sich ein kleiner „aggressiver“ (Lach) Kläffer die Seele aus dem Halse keift, sagt Emmet kurz einmal „Wuff“ und

    konzentriert sich dann weiter auf die Menschensuche, schließlich wird das Auffinden der richtigen Person ordentlich belohnt und zwar mit Käse (Hechel, Sabber, Geifer).

    Außerhalb seines liebsten Hobbys wechseln seine Gemütszustände auch mal von chillig zu aufgeregt. Dann gibt es auch mal Ansagen an Vögel, Katzen oder Personen, die auf den Höfen rumschleichen. Ist ja auch eine absolute Frechheit, hier jeden Tag irgendwelches Papier in Metallkästen zu werfen, die neben Türen hängen. Er denkt wohl: „Cathedra mea, Regulae meae (Meine Kirche, meine Regeln)“. Besuch ist nach wie vor toll, da wird man gestreichelt und kann Menschen abschlecken oder mit ihnen spielen. Besser geht nicht!

    Salli

    Das obige Bild verrät uns zwei Sachen. Erstens ist in diesem Jahr viel weniger Salli vorhanden als in den letzten Jahren. Wie Ihr sicher gelesen habt, war es 2018 und 2019 nicht so besonders gut um unsere Gesundheit bestellt. Das hatte sicherlich auch damit zu tun, dass wir – gelinde gesagt – ein wenig mollig waren. Also habe ich abgenommen, allein seit August 2020 über zwanzig Kilo. Bei Tina ist es ähnlich, was dazu führte, dass wir unsere Kleiderschränke fast komplett ausräumen und neu bestücken mussten.

    Ich habe die Motivation zu diesem Schritt aber nicht allein aus der Sorge um meine Gesundheit gezogen. Ich musste auch einige Kilos loswerden, um mir einen Traum zu erfüllen, den Traum vom Fliegen. Das Bild oben zeigt mich zweitens nach bestandener praktischer Prüfung zum – Achtung, jetzt kommt ein typisch deutsches Amtsschimmel-Wort-Monster – Luftfahrerschein für Luftsportgeräteführer. Und das Titelbild habe ich übrigens mit dem Handy geschossen bei einem wunderschönen Flug über das Havelland, Ketzin, Werder und Potsdam.

    Und so kommen wir zu dem etwas kryptischen, letzten Satz aus dem letzten Beitrag „Gehabt Euch wohl liebe Leser, ich muss mal für ein paar Tage weg. Schauen wir mal, ob ich vielleicht ein paar Birnen mitbringe.“ Denn wie heißt das Gedicht von Theodor Fontane? „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“. Das darin erwähnte Schloss Ribbeck gibt es übrigens heute noch:

    Und ein Birnbaum steht auch noch davor, aber es kam keiner und hat mich gefragt, ob ich eine Birne möchte. Zu empfehlen ist allerdings das kleine und überaus pitoreske Café „Altes Waschhaus“, in dem es selbstgemachte Birnentorte und Kaffee mit Birnenlikör gibt. Lecker, sage ich Euch, aber für alle, die ein wenig auf ihre Linie achten müssen, maximal einmal pro Vierteljahr zu empfehlen, was wirklich schade ist.

    Wenige Kilometer nördlich vom Schloss Ribbeck liegt ein überaus interessanter kleiner Flugplatz. Die Bienenfarm war ursprünglich ein Stützpunkt der Agrarflieger, als es noch LPGs und Grenzen gab. Heute ist es das Zuhause einer großen Oldtimer-Flugzeug-Sammlung und Veranstaltungsort vieler Zusammenkünfte von Fliegern älterer Maschinen. Mehr Infos gibt es hier. Ein Besuch der diversen Veranstaltungen lohnt sich und Rundflüge über den Seen Brandenburgs, über Berlin und/oder Potsdam sind erschwinglich und absolut zu empfehlen.

    Auf der Bienenfarm ist auch eine Flugschule angesiedelt, die auf Ultraleicht-Fliegern und auf sogenannten „Leichten Luftsportgeräten“ schult. Das Bild von mir zeigt übrigens zwei dieser kleinen und leichten Flugzeuge, die man beide in der Flugschule fliegen und nach bestandener Prüfung auch chartern kann. Der „Rebell“ im Hintergrund ist zwar so gut wie neu, sieht aber wie ein Oldtimer aus. Der „Swan“ im Vordergrund ist mehr moderne Hightech, bestehend aus Kohlefaser und Aluminium. So kultisch der „Rebell“ aussehen mag, ich bin mehr ein Freund der modernen Technik und deshalb ist mein bevorzugtes Fluggerät die kleine weiße Knubbelnase. Der „Swan“ fliegt sich absolut genial und mit einer Reisegeschwindigkeit von ca. 110 km/h bin ich in den meisten Fällen immer noch schneller als ein Auto, denn ich kann Luftlinie fliegen.

    Jedenfalls war ich schon im August für dreieinhalb Tage bei der der „Airman Ultraleicht-Fliegerschule„. Angefangen habe ich natürlich auf einem Zweisitzer, mit Fluglehrer. Und nachdem ich Harald und Toralf (Fluglehrer) drei Tage ordentlich durgeschüttelt habe, wollten die nicht mehr mitmachen und haben mich alleine fliegen lassen (Spaß beiseite, ich bin schon Anfang der 2000er viele Stunden Segelflugzeug geflogen und lerne schnell, vor allem, was das Fliegen angeht). Dann war erstmal Pause angesagt, es wartete wieder einmal eine Baustelle am Haus auf mich.

    Vier Wochen und etwa eineinhalb Tonnen Trockenbeton später war ich montags Mittag wieder da, flog noch ein wenig und schrieb meine theoretische Prüfung am Mittwoch. Am Donnerstag durfte ich dann zum ersten Mal den „Swan“ fliegen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Nach einem Wochenende zu Hause fuhr ich Montags wieder ins schöne Havelland, kurvte noch ein paar mal um den Platz und machte am Dienstag dann die praktische Prüfung. Es ging also alles recht schnell. Guter Schüler und vor allem verdammt gute Lehrer. Dem gesamten Airman-Team nochmals herzlichen Dank. Es war wunderschön, sehr lustig und ziemlich entspannt.

    Am vergangenen Dienstag war ich wieder da und flog den Swan über die wundervolle Seenlandschaft, habe mir die Schlösser in Potsdam angesehen und mich zwischen den Wolken herumgetrieben. So eine Aussicht ist schon überwältigend:

    Nachtrag

    Ich hatte ja im Beitrag Update! Update! Update! angekündigt, dass ich ein Buch schreiben würde. Wer denkt, dass das eine Luftnummer (Lach) war, hat sich getäuscht. Ich habe fast zweihundert Seiten zusammen und auch wenn meine anderen Luftnummern (nochmal Lach!) das Projekt ein wenig in den Hintergrund geschoben haben…

    Naja, die Tage werden kürzer und das Wetter schlechter. Ich schätze, dass ich die ersten Leseproben noch vor Weihnachten im Netz haben werde. Aber dazu später mehr. Gehabt Euch wohl liebe Freunde der kurzweiligen Literatur und somit Leser unserer Seite, bis bald!

    Salli

  • Update zum Monster

    Emmett ist ein Monster. Jawohl, ein Monster! Ein Kuschelmonster, ein Schmusemonster, ein Schlabbermonster und ein Kaspermonster. Und wenn er so weitermacht, wird er auch noch ein Mantrailing-Monster. Die ersten vier Trainingseinheiten sind überaus vielversprechend gelaufen und wenn er so weitermacht…

    Auf jeden Fall geht es Emmett gut, sehr gut sogar. Und uns geht es auch gut, denn er erfreut unser Herz jeden Tag aufs Neue mit seiner unnachahmlichen Art uns anzuspielen oder herumzukaspern. Wäre er nicht so groß, könnte man ihn glatt für einen Welpen halten. Sollte ich in irgendwelchen anderen Artikeln schon mal erwähnt haben, dass dieser Hund absolut nicht, null, kein bisschen, niemals, keinesfalls in irgendeiner Hinsicht aggressiv ist, habe ich maßlos untertrieben.

    Emmett liebt Besuch, er spielt mit jedem und wenn jemand vorbeikommt, den er schon kennt, flippt er vor Freude fast aus. Beim Trailen ist er hingegen voll konzentriert, ignoriert andere Hunde, Kinder und was sonst noch so um die Ecken kommt.

    Seine ganze Körperhaltung zeigt, dass er viel entspannter ist, als in den ersten Tagen und Wochen bei uns. Er ist inzwischen ein so fester Bestandteil des Rudels, dass die Mädels jammern, wenn Tina mit ihm unterwegs ist. Glaubt man das?

    Dieses Bärchi und ich haben eine ganz besondere Beziehung zueinander, die mich eher an meine Nähe zu Smilla oder Alice erinnert. Manchmal, wenn ich im Schneidersitz auf dem Fußboden sitze, schnappe ich ihn einfach und setze ihn auf meinen Schoß. Dann sackt er meist in sich zusammen und kuschelt sich ein, fängt ganz ruhig an zu atmen und genießt es, wenn ich ihn streichle und herze. Herrje, was habe ich bloß ohne diesen Knaben gemacht, was haben wir bloß ohne ihn gemacht. Er ist das fehlende Glied gewesen und wir alle, egal ob zwei oder vier Beine sind sehr, sehr dankbar, dass er jetzt bei uns ist.

    Gehabt Euch wohl liebe Leser, ich muss mal für ein paar Tage weg. Schauen wir mal, ob ich vielleicht ein paar Birnen mitbringe.

  • Update zu Mimi

    Also gut, ich gebe zu, dass das letzte Update ziemlich lange her ist. Aber außerhalb des ‚Netz‘ haben wir eben auch ein normales Leben, mit all seinen Verpflichtungen und großen und kleinen Herausforderungen. Ich bin mir sicher, dass es den meisten von Euch genau so geht und ihr das versteht.

    Also berichte ich mal über unsere Mimi, die sich schon wieder voller Wonne im Gras wälzen kann, keinen Verband oder Gips mehr trägt und auch kein Metall mehr in ihrem Fuß hat. Noch bis Anfang August wurde Mimis Fußgelenk durch vier sogenannte Pins fixiert. Das sind im Grunde genommen nichts anderes als etwa vier Zentimeter lange und knapp einen Millimeter dicke Nägel. Für so einen kleinen Fuß, ganz schön dicke Dinger.

    Inzwischen kann Mimi schon wieder auf allen vier Beinen gehen. Will sie schneller laufen, setzt sie das Bein nur mit ihrem anderen zusammen oder eben gar nicht auf und hoppelt dann ein wenig wie ein Hase. Das darf sie auch nicht allzu oft, denn eigentlich soll sie gehen, damit die atrophierten Muskeln trainiert werden. Aber einmal am Tag darf sie so ein bisschen die Sau rauslassen, dann muss sie nicht an die Leine, muss nicht langsam gehen, sondern darf ihren Bewegungsdrang ein wenig ausleben.

    Damit das nicht zu viel wird, lebt sie nach wie vor von den Anderen durch ein Welpengitter getrennt im Esszimmer und in der Küche (für einen Kooiker der Himmel auf Erden), während die anderen den Rest der unteren Etage nutzen dürfen. Auch draußen ist sie noch alleine, aber all das nicht, weil wir Angst haben, die Mäuse könnten wieder streiten, sondern weil Mimi noch nicht spielen darf, da könnten die Belastungen noch zu heftig sein. Natürlich wird das Gitter auch mal weggenommen, dann wechseln alle die Seiten, schnuppern herum oder aneinander und trollen sich dann wieder auf ihre Plätze, alles ganz gechillt und ruhig.

    Mimi wird noch einige Zeit in physiotherapeutischer Behandlung sein und es ist auch nicht ganz klar, ob alles wieder hundertprozentig in Ordnung kommt. Aber das ist nicht so wichtig, viel wichtiger ist, dass sie Lebensfreude hat, und die hat sie, wie man auf dem obigen Bild sieht.

    Und jetzt wollt ihr sicher noch wissen, wie es Emmett geht. Na, dann schaut doch morgen mal wieder rein…

    Bleibt gesund, Salli

  • Update! Update! Update!

    Oh mein Gott, schon wieder so viel Zeit rum? Wenn man ein Haus renoviert und sich um einen verletzten und drei gesunde Hunde kümmert, gleichzeitig noch ein Ferienhaus in dieser etwas chaotischen Zeit vermietet und dazu noch diverse Hausgeräte zumindest Schwierigkeiten machen, wenn nicht sogar den Geist aufgeben, dann rennt die Zeit an einem vorbei, als wäre es ein ICE oder TGV oder Shinkansen oder …

    Sorry ihr Lieben, dadurch kommen meine Beiträge nicht so regelmäßig, wie ich es selber gerne hätte. Also, hier die Updates:

    Mimi:

    Mimi wurde Anfang der Woche nochmals geröngt. Die Heilung der Knochen läuft gut und wenn nichts dazwischen kommt, kann nächste Woche die Schiene/Verband ab. Dann müssen wir täglich trainieren und dieses Training (Gehen) über zwei Wochen langsam steigern. Schafft der Fuß das, können am Ende der zwei Wochen die Metall-Pins raus, die das Fußgelenk zusätzlich fixieren. Dann geht es weiter mit Training und Physio. Also wird uns das Thema wohl noch eine Weile begleiten. Aber leider kann auf dem Weg auch noch vieles schief gehen, deshalb brauchen wir so viele gedrückte Daumen wie möglich. Für Mimi selber wird das Ganze langsam nervig, teilweise bockt sie richtig. Kann man aber auch verstehen, ist halt nervig. Und dass sie mit fast elf Jahren so viel Feuer in sich hat, dass sie am Liebsten sofort losrennen würde, ist ja irgendwie auch schön. Na, hoffen wir einfach, dass es so bald als möglich vorbei ist und dass Ihre Kooperationsbereitschaft nicht weiter abnimmt.

    Emmett:

    So langsam aber sicher wird Corona ein echt nerviges Thema. Jedes Mal beim Aufwachen, habe ich so ein leichtes „Und täglich grüßt das Murmeltier“-Gefühl. Hört der Scheiß eigentlich irgendwann auf? Wir sind inzwischen vollständig geimpft – Gottseidank – und Tina ist weiter im Home-Office. Insofern ist das auch nicht so schlimm, aber man kann halt nicht planen. Urlaub? Bauarbeiten? Und so weiter und so fort. Nerv!
    Das Beste am Jahr 2021 ist allerdings unser Neuzugang. Emmett ist ein absolutes Geschenk. Ich habe selten einen lieberen, zärtlicheren, lustigeren und süßeren Hund kennengelernt, als unseren Emmi. Nur seine Lautstärke ist manchmal ein wenig – lasst mich nach einem passenden Wort suchen. Ah, ich hab’s – umwerfend, buchstäblich. Umwerfend sind manchmal auch seine Ideen zu Richtungswechseln beim Spazierengehen an der Leine. Aber das sind Kleinigkeiten, die unserer Liebe zu ihm keinen Abbruch tun.

    Am Süßesten ist er beim Spielen. Oft beginnt es, in dem er mir in die Hacken beißt. Halt, da muss ich ein wenig korrigieren. Eigentlich beißt er nicht in die Hacken, sondern schnappt sich die hinteren Enden der Schuhsohle. Seine Zähne an meinen Füßen habe ich noch nie gespürt und ich trage meistens Crocs. Wendet man sich ihm dann zu, springt er in der Gegend herum, packt seinen Ball und rennt, oder er wartet, dass ich ihm den Ball zuwerfe oder -schieße, damit er ihn aus der Luft fangen kann. Gerade in den letzten Wochen fühlte ich mich dabei so sehr an Smilla erinnert. Und seine Lautstärke erinnert immer wieder an Jussie, was mit ein Grund dafür ist, dass sein Spitzname auch „Bärchi“ ist.#

    Nein, nein, nein, den geben wir nicht wieder her. Keinesfalls!

    Und sonst:

    Naja, manches nervt schon ganz gewaltig, zum Beispiel die vielen defekten Elektrogeräte in letzter Zeit oder die Tatsache, dass aus einem Riss in der Wand (Vorderhaus) plötzlich eine komplett lockere Wand wird und da wo Mörtel sein sollte, nur Sand ist. Aber auch dafür muss man Verständnis haben, schließlich ist das Haus, das mein Großvater gebaut hat, fünfundneunzig Jahre alt. Wenn ich in dem Alter noch so fit bin, dann danke ich Gott.

    Und leider wird man auch immer wieder von Menschen enttäuscht. Ich bin inzwischen sechsundfünfzig, da ist man das schon gewohnt. Aber wenn es aus nächster Nähe kommt und man es überhaupt nicht kommen sieht, dann hat man auch die Deckung nicht oben und es tut mächtig weh. Aber K.O. gehen wir nicht, da müsste nach dem, was wir seit 2018 überstanden haben, schon etwas mehr kommen. So wird aus „Aua“ eben „Lebenserfahrung“.

    Und eine kurze Meldung habe ich noch. In den letzten Jahren haben mir viele Menschen, die unseren Blog lesen, immer wieder gesagt, dass meine Beiträge toll geschrieben seien und dass ich doch ein Buch schreiben solle. Nun, das tue ich gerade. Und auch wenn es nicht um Hunde geht, wird es – so hoffe ich – spannend und unterhaltsam. Aber dazu in Bälde mehr!

    Macht es gut ihr Lieben, bis dann!
    Salli

  • Aus „der Bestie“ wird „das Beste“!

    Hallo ihr Lieben!

    Bevor ich zu den positiven Meldungen kommen kann, habe ich leider auch etwas sehr Trauriges:
    Gestern starb Emir Bonnaly von Jomarquiteira. Emir war der Vater unseres wundervollen A-Wurfs und wurde fünfzehneinhalb Jahre alt. Emir schlief friedlich zuhause in seinem Rudel ein. Unsere Gedanken sind beim Malvengarten-Rudel und unseren Freunden Elisabeth und Markus und ihren Kindern.

    Um auf die Überschrift zurückzukommen: Unser Bärchi Emmett wird von Tag zu Tag toller. Inzwischen hat er schon viele, ihm fremde Menschen kennengelernt und ihr werdet es kaum glauben. An keinem von denen fehlt ein Körperteil. Auch seine Unruhe wird besser, wobei ihm Stress immer noch zusetzt. Aber das kriegen wir hin. Aufmerksamen Lesern unserer Seite wird vielleicht aufgefallen sein, dass ich Emmetts Seite verändert habe.

    Und für alle, die die Hinweise dort und meine falsche Beteuerung aus dem letzten Post: „Wollen wir ihn noch vermitteln? Ja, natürlich, absolut sicher, keine Frage …“ noch nicht verstanden haben: Emmett bleibt bei uns. Ginge auch nicht anders, denn man müsste ihn wahrscheinlich mit einem Schneidbrenner aus unserem Rudel herausschneiden, so fest sind seine Beziehungen zu unseren Mädels, im Besonderen zu Dori, seiner Halbschwester.

    Hatte ich nicht irgendwann geschrieben, dass unser nächster Hund ein Collie sein würde? Wieso habe ich es eigentlich mit sechsundfünfzig Jahren – ja, ich weiß, ich sehe weitaus jünger aus (Grins) – immer noch nicht gelernt: Immer wenn ich mir besonders sicher bin, wo es hingeht, setzt sich einfach mal die Straße ans Steuer und dann geht es eben ganz woanders hin. Ist so!

    Auf jeden Fall ist Emmett eine riesige Bereicherung. Ich habe selten einen fröhlicheren, liebevolleren und verkasperteren (schon wieder ein Wort erfunden, glaube ich) erlebt, als unser (neues) Bärchi. Und die ab und an „etwas“ störende Lautstärke kriegen wir auch noch in den Griff.

    Und Mimi? Die Röntgenkontrolle hat ergeben, dass die Pins, mit denen das Fußgelenk nebst Bändern fixiert sind, sehr gut an ihren Plätzen halten und damit alles bestens ist. Leider wächst der Mittelfußknochen nicht ganz so problemlos zusammen. Aber es ist der Äußere und somit ist er für das Laufen auch nicht ganz so wichtig, aber die Schiene nebst Verband muss halt noch ein wenig dranbleiben. Somit ist Spielen, Rasen, Rennen eben auch nicht. Das findet Mimi ziemlich doof.

    Wir wurden gestern zum zweiten Mal geimpft. Nein, nicht gegen die Kooiker-Sammel-Wut, sondern gegen Corona. Leute, lasst Euch impfen. Es ist uns zwar heute ein bisschen mies, aber das ist doch wohl immer noch besser, als mit Maske oder Tubus beatmet in der Intensivstation zu liegen. Glaubt mir, ich weiß sehr genau, wovon ich spreche.

    Wir gehen jetzt nochmal kurz mit den Hunden raus und dann machen wir alles zu, Rollläden runter und verschanzen uns gegen die Hitze. Na gut, später will ich die neue Gartendusche probeduschen, aber bis dahin… Passt auf Euch auf, denkt dran, dass der Asphalt heiß ist und Eure Hunde keine Schuhe tragen und bleibt uns gewogen,

    Salli

  • Ein Update

    Mit Erschrecken habe ich gesehen, dass mein letzter Artikel vom dreizehnten Mai ist. Tempus fugit, sagt der Lateiner. Die Zeit rennt. Seit dem letzten Update haben uns Baustellen in und ums Haus, die Pflege von Mimi und die Erziehung von Emmett so ein ganz klein wenig beschäftigt. Deshalb jetzt erst das nächste Update:

    Mimi war vorhin beim Verbandswechsel, alles sieht sehr gut aus. Schon letzte Woche wurden die Fäden gezogen, auch alles gut. Und die Maus ist so brav. Sie braucht überhaupt keinen Kragen. Wir müssen nur ganz selten etwas zum Thema „Knabbern am Verband“ sagen. Zwischen Wohn- und Esszimmer steht immer noch ein Welpengitter. Das dient nicht dazu die Anderen vor Mimi oder Mimi vor den Anderen zu schützen, aber wenn wir die Vier zusammen ließen, würde Mimi sofort spielen wollen und dabei würde sie sicherlich ihr Bein zu sehr belasten. Ist halt so, geht nicht anders.

    Nächste Woche ist Röntgenkontrolle, dann werden wir sehen, ob das ganze Metall in Mimis Bein noch am richtigen Fleck sitzt. Wir haben schon alle Magneten von der Kühlschranktür entfernt, nicht dass Mimi da plötzlich dran hängen bleibt (GRINS).

    Und Emmett?

    Emmett ist ein echter Gute-Laune-Hund. Er bringt sogar Faye dazu, mit ihm zu spielen. Plötzlich wird Uroma Faye dann zum Welpen, springt rum und tapst Emmett mit den Pfoten an . So süß! Dori hat ihn inzwischen voll akzeptiert. Sie lässt ihm sogar mehr durchgehen als ihrer eigenen Mutter. Na da hat aber einer einen Stein im Brett.

    Draußen, an der Leine ist er lammfromm. Bisher hat er noch keinen fremden Hund gefressen, geschweige denn angebellt.

    Die Leinenführigkeit wird immer besser. Bekannte Besucher werden mit imenser Fröhlichkeit begrüßt. Emmett liebt Besuch. Bei Fremden ist er genau so begeistert, bellt etwas mehr und freut sich wenn er gestreichelt wird. Nach drei bis vier Minuten hat er dann erst mal genug und macht sein eigenes Ding. Auch Menschen wurden von ihm bisher noch nicht gefressen, Abschlabbern zählen wir nicht mit (GRINS).

    Ja, er ist immer noch etwas laut und etwas pubärig, was wohl daran liegt, dass der nachlassende Chip ihn in eine zweite Pubertät zwingt. Schei…! Den Unsinn hätte man sein lassen sollen, Erziehung hätte mehr gebracht. Aber es gibt schon viele gute Tage, an denen er ganz leise ist, wenn man z.B. die Tür zum Garten öffnet. Bellende Nachbarhunde findet er noch nicht so toll, aber das Wetter ist gut und er wird sich draußen wohl an die Geräuschkulisse gewöhnen.

    Ich finde unser Bärchi ja mächtig klasse. Keiner freut sich so, keiner ist so albern, keiner macht so gute Laune und den Rest kriegen wir in den Griff, da bin ich mir sicher.

    Wollen wir ihn noch vermitteln? Ja, natürlich, absolut sicher, keine Frage …

    Ich versuche ein weiteres Update nach der Röntgenkontrolle. Corona und Lockdown haben einen kleinen Stau an Aufgaben hinterlassen. Und der Neustart fällt schwer. Schließlich bin ich doch gerade erst aus dem Winterschlaf aufgewacht.

    Bis bald, bleibt gesund!

    Salli

  • Emmett, der Sanfte!

    So, jetzt ist Schluss! Ich werde mich nicht weiter über diese Menschen aufregen, die Emmett, einen der süßesten und liebsten, sanftesten und wunderbarsten Hunde, die ich kenne, einfach im Stich gelassen haben und ihn, nur um sich vor sich selbst zu rechtfertigen, als aggressiv bezeichnet haben. Ich habe diese Leute über acht Wochen mietfrei in meinem Kopf wohnen lassen. Aus, vorbei, ich kündige! Wegen Eigenbedarf!

    Das bisherige Bild, das wir von unserem Süßen haben, festigt sich immer mehr. Emmett ist und bleibt lammfromm. Auf Spaziergängen begrüßt er freudig alle Nachbarn, flirtet mit dem weiblichen Teil und lässt sich gnädig von der männlichen Hälfte streicheln. Am Montag hatten Tina und er die erste (ungeplante) Hundebegegnung. Als er den anderen Hund sah, sagte Tina: „Das interessiert uns jetzt nicht!“ Er schaute Tina an, als wolle er fragen: „Wirklich?“ Als Tina das bestätigte und sich ruhig nach vorne wandte und weiterging, seufzte er einmal und ging mit. Kein Bellen, kein Knurren, NICHTS.

    Das warme Wetter verschaffte uns außerdem die Gelegenheit zu testen, wie sich Emmett und die Fliegengittertür vertragen würden. Wir hatten die ersten Stunden sicherheitshalber ein Welpengitter in der offenen Terrassentür, um das Fliegengitter zu schonen, aber das konnten wir sehr schnell wieder entfernen. Danach lag er völlig gechillt vor der Tür, die Nase im leichten Wind und schlief. Erstaunlich!

    Insgesamt sind seine Ausbrüche gegen Feind-Vögel und andere „Bedrohungen“ aus dem Garten erheblich seltener geworden. Die Haustürklingel ist natürlich immer noch ein Grund heftig zu bellen. Kläffende Hunde in der Nachbarschafft stören auch, aber insgesamt wird er massiv ruhiger und ausgeglichener. An den wenigen warmen Abenden konnten wir gemütlich auf der Terrasse sitzen. Emmett lag in der Nähe und hatte die Augen zu.

    Mit Dori und Faye hat er nicht mehr die geringsten Probleme. Die drei können halb aufeinander herumklettern, wenn sie mich oder Tina fröhlich begrüßen. Mimis Verletzung wird uns natürlich ein wenig in Atem halten und unsere Prioritäten verschieben sich erstmal wieder in ihre Richtung. Aber das sollte kein Problem sein, denn eines haben die letzten Wochen gezeigt, Ruhe tut Emmett gut und da Corona immer noch nicht vorbei ist, haben wir ja Zeit.

    Update Mimi:

    Tina hat Mimi am Dienstag abgeholt. Diesmal war Marion – unsere zuverlässige Unterstützung bei allen Würfen – mit von der Partie. Alles hat wunderbar geklappt und Tina ist mit Mimi nach ganz kurzem Zwischenstopp gleich weiter in den Harz. Wir dürfen wieder vermieten und zu Pfingsten reisen die ersten Gäste an. So ist noch einiges zu reinigen und wir haben ein paar Sachen vor uns hergeschoben, die von Handwerkern ausgeführt werden. So hat Mimi viel Ruhe und Tina kann sich um sie kümmern und doch gleichzeitig einiges erledigen (lassen).

    Mimis Bein ist durch zwei Halbschalen geschient. Darunter und darüber ist Verbandsmaterial. Gestern war der erste Verbandswechsel, alles sieht gut aus. Anfangs musste Tina Mimi noch beim Gehen helfen. Ein Schal unterm Bauch nahm etwas Gewicht vom geschienten Bein und half bei den ersten Schritten. Das ist inzwischen nicht mehr nötig. Wenn Tina und Mimi in den nächsten Tagen hier ankommen, werden wir die Mäuse noch ein wenig trennen, damit Mimi mehr Zeit und Ruhe hat, nicht weil wir Angst vor weiteren Keilereien haben.

    Es sieht also alles ganz gut aus, aber natürlich werden die nächsten Wochen schwer und werden uns, und vor allem Mimi einiges abverlangen. Ich berichte weiter und halte Euch auf dem Laufenden, auch wenn ich beim nächsten Post wohl erst mal ein paar spannende Geschichten zum Besten geben muss 🙂

    Salli

  • Sorge um Mimi

    Wir sind in großer Sorge um unsere kleine Mimi. Am Samstag gab es zwischen unseren Hunden eine Keilerei im Garten. Dabei wurde Mimi der Mittelfußknochen gebrochen und das Fußgelenk ausgerenkt und dabei so ziemlich alle Bänder durchgerissen. Die Pfote baumelte einfach nur noch am Bein.

    Einen Hilferuf später stand Silke (das Frauchen von Kessi/Daryl) vor der Tür und begleitete Tina und Mimi  zuerst in eine Notfallpraxis und dann in die Klinik der Tierärztlichen Hochschule in Hannover. Die ersten Nachrichten aus der Notfallpraxis waren grausig, es wurde sogar davon gesprochen, dass es unter Umständen nicht möglich sein würde, das Bein zu retten. Die Wartezeit in der Klinik war lang, aber gegen 21.00 Uhr war klar, dass das Bein sehr wahrscheinlich zu retten sein würde und das Mimi erst mal ein paar Tage in der Klinik verbringen müsse. Die OP wurde (je nach Einlieferung lebensbedrohlicher Notfälle) für Sonntag oder Montag angesetzt.

    Gestern wurde Mimi operiert. Alles ist gut gegangen, der Fuß ist noch dran und heute können wir sie schon abholen. Allerdings wird sie über Wochen einen Schienenverband tragen müssen, um das Gelenk zusätzlich zu stabilisieren. Wahrscheinlich wird sie auch eine ganz leichte Bewegungseinschränkung behalten, wobei fraglich ist, ob man das in einem Jahr noch merken wird. Hunde adaptieren ihre Bewegung sehr schnell an neue Gegebenheiten, z.B. auch nach einer Amputation.

    Arbeiten wir also auf, was eigentlich passiert war:

    Es war eine Keilerei, keine Beißerei. Beteiligt waren Mimi, Faye und Dori und auch wenn so etwas immer mal wieder vorkommt, passiert dabei normalerweise recht wenig. Insgesamt hatten wir KEINE wirkliche Beißverletzung. Irgendjemand hat Mimi zwar am Hinterlauf festgehalten und dabei auch eine kleine Verletzung mit dem Canini hinterlassen, Faye hatte so einen Mini-Tacker an der Vorderpfote, was sie nur am Samstagabend noch ein wenig humpeln ließ. Dori hatte nicht einen Kratzer. Als der Arzt gestern am späten Nachmittag anrief, verwies er nachdrücklich darauf, dass es sich bei Mimis Verletzung um eine unglückliche Verkettung aus Festhalten und Wegziehen handeln würde, nicht um einen Biss und wir sollten mit der Verursacherin nachsichtig umgehen. Machen wir, keine Sorge, wir werden weder Faye noch Dori jetzt abgeben.

    Zumal dieser ganze Mist absolut meine Schuld war! Der ganze Tag war ein wenig hektisch und ich wollte außerdem noch den Pfahl eines Zauns (2 Meter hoch, massives Holz) neu befestigen. Bei den starken Winden der letzten Wochen hatte sich dieser ein wenig gelockert.

    Also Zaunteil zerlegen, Schrauben aus dem Beton, 2-Komponenten-Mörtel in die Löcher, Bolzen rein und nach kurzer Wartezeit den Fuß wieder mit Muttern draufschrauben und alles wieder montieren. Klingt einfach, war es aber nicht. Dementsprechend war meine Laune zwar nicht schlecht, aber ich war auch nicht entspannt. Und so habe ich (Tina war ein wenig einkaufen) es versäumt unsere Hunde zu beruhigen, wenn Briefträger oder Geräusche meiner Arbeit etc. sie ein wenig hochkurbelten. Als dann später Tina mit Mimi vor die Tür ging, regten sich die Anderen noch mehr auf und wieder ließ ich nur Sekunden von meiner Arbeit ab, um an die Scheibe zu bollern und zu schimpfen.

    Als Tina Mimi nach dem Spazerigang in den Garten ließ und kurze Zeit später den Anderen die Terrassentür öffnete, passierte es. Die drei Mädels knallten zusammen, machten einen Heidenlärm und taten so, als wollten sie sich fressen. Ich kam dazu und zusammen mit Tina versuchten wir die drei zu trennen. Und das war Fehler Nummer Zwei! Wahrscheinlich habe ich damit erheblich zur Schwere der Verletzung beigetragen oder sie sogar verursacht, denn ich habe versucht Faye von Mimi weg zu ziehen. Nach diesen ganzen Glanzleitungen habe ich es dann nur mit Hilfe von Martin geschafft, den blöden Zaun fertig zu stellen. Gottseidank haben wir liebe Freunde, ein ganz herzlicher Dank an Silke und Martin, auch nochmal auf diesem Weg.

    Und Emmett? Die aggressive Bestie stand während der Keilerei neben den Mädels und fiepte aufgeregt und vor allen Dingen hilflos. Mehr nicht! Seitdem ist er besonders lieb, tröstet uns und verhält sich von Tag zu Tag vorbildlicher. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag.

    Eines hat mir dieser Samstag auf jeden Fall gezeigt: Hunde – vor allem mehrere – laufen nicht mal einfach so nebenbei. Egal wie viel Erfahrung man mit Hunden hat, man muss sich auch um seine Vierbeiner kümmern. Nur dann kann man Unfälle wie diesen vermeiden. Und wann immer etwas schief läuft mit unseren Hunden, ganz egal was, sind wir Menschen, wir Hundebesitzer schuld. Niemand anderes und schon gar nicht der Hund. Und immer müssen unsere Hunde den Mist ausbaden, den wir Menschen anrichten.

    Drückt unserer Mimi bitte ganz fest die Daumen, damit sie möglichst schnell wieder auf die Beine kommt. Und passt auf Eure Vierbeiner auf, es geht so schnell, dass sich unglückliche Umstände verketten und dann ist das Leid groß.

    Salli

  • Es ist schwierig…

    Es ist schwierig, ziemlich schwierig sogar, bei Emmett irgendeine Form von aggressivem Verhalten zu finden. Gestern hat uns ein weiterer Freund besucht und mit mir ein wenig gebastelt. Jörg war über fünf Stunden bei uns (nach Schnelltest) und das größte Problem war, jedesmal wenn Jörg auf dem Fußboden hockte, Emmett davon abzuhalten, ihm die Nase ins Ohr zu stecken. Außerdem war Emmett natürlich mega-neugierig, was wir da so alles machen (ich habe den Verdacht, er will auch mal Schrauben, Bohren oder Ähnliches).

    Zu allem Überfluss hat es gestern noch recht heftig bei uns gewittert. Das hat Emmett ungefähr so berührt, wie das Eierlegen einer Wanderameisenkönigin in Zentralafrika, also gar nicht.

    Dann ist Tina mit ihm spazieren gegangen. Nachbarin getroffen. Zwanzig Minuten Kuscheln. Weitergehen. Zwei große Schäferhunde in fünfzig Meter Entfernung entdecken. Einen Lauten machen und heftig an der Leine ziehen. Weitergehen. Sofortiges Beruhigen. Hmh?!?!

    Aggressiver geht er vor, wenn ich mich auf dem Boden auf die Seite lege. Schnell wie der Blitz kommt er angerannt und legt sich mit dem Rücken an meinen Bauch. Drei Minuten später beginnt er ganz ruhig zu atmen und schläft überaus aggressiv neben mir ein.

    Sorry, dass ich so häufig dieses A-Wort benutze, aber ich finde es so überaus schäbig, dass seine frühere Familie ihn mit diesem Wort beschrieb und so viele Gelegenheiten hat liegenlassen, ihn vernünftig zu erziehen. So etwas ist weit mehr als verantwortungslos. In Vorbereitung auf seine Ankunft hatten wir sogar einen Gitter-Maulkorb bestellt, damit ja nichts passiert. Gottseidank haben wir ihn in der Originalverpackung gelassen und zurückschicken können. Die Rücksendung hat zwar etwa drei Euro gekostet, aber ehrlich: Sch… drauf!

    Zur Zeit liegt Emmett übrigens auf dem Sofa und versucht aggressiv, aber vergeblich, seine Augen offen zu halten. Ein wenig mimosenhaft ist übrigens seine Einstellung zu nassem Gras. Lieber eine ganze Nacht aufhalten, als eben nochmal im Garten ein letztes Pippi, wenn das Gras zu feucht ist. Dann steht er demonstrativ auf der Terrasse, mit Blick zur Terrassentür.

    Aber ich will nicht verhehlen, dass es nicht nur einfach und problemlos mit ihm ist. Wann immer seine Erregung (feindliche Vögel im Garten; gibt gleich Futter; es geht gleich raus; Besuch im Flur oder im Garten; etc.) eine gewisse Schwelle übersteigt, fängt er sehr laut an zu bellen. Das kann schon mal nerven und je nachdem wie der Raum beschaffen ist (z.B. wenig Stoff, wie in einer Küche), tut es schon fast weh. Und natürlich bringt der Anblick von zwei Schäferhunden in fünfzig Metern Entfernung ihn dazu, an der Leine zu zerren, dass man das Gefühl hat, hinter einen Trecker gespannt worden zu sein.

    Nachdem man diese Verhaltensweisen über drei Jahre toleriert oder sogar noch gefördert hat, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder man beginnt mit einer konsequenten Erziehung, die nur sehr langsam Effekte erzielt und ein jahrelanger Prozess sein wird, oder man deklariert den Hund als agg…
    Ja, ich hör schon auf. Ich weiß, dass Euch das Wort langsam zum Halse heraushängt, aber so etwas lässt mich einfach nicht kalt.

    Sonst ist hier eigentlich alles beim Alten. Emmett bringt bisher im Rudel sehr wenig durcheinander. Alle verstehen sich gut und manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass die Kommunikation zwischen den Vierbeinern eher besser wird. Emmett hat inzwischen zu allen ein gutes Verhältnis und das stärkt das Rudel eher. Wenn er allerdings drauf los poltert, machen die anderen natürlich mit. So what! Ist halt ein bisschen laut, Ohrstöpsel gibts bei Ama-dingsda für ’n Appel und ’n Ei und das Zeugs ist auch noch bis morgen da, wenn ich es innerhalb der nächsten soundso Stunden bestelle. Dann kann unser Neuzugang so viel (R)Emmidemmi veranstalten wie er will.

    Nach sechs Wochen lässt er das Betteln am Tisch übrigens fast sein. Ich wette, es hat weniger als eine Woche gedauert, ihm das beizubringen. Nach Adam Riese müssten wir also achtzehn Jahre investieren, um die Fehler der letzten drei Jahre auszubügeln. Na dann: Auf in den Kampf!

    Salli